# Verdächtiger Link: Betrug per SMS oder E-Mail erkennen

Falsche Pakete, falsche Bußgelder, falsche Rückerstattungen: gefälschte Nachrichten kommen jeden Tag. Diese Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie sie erkennen, eine Webadresse lesen und einen Link prüfen, ohne ihn anzuklicken.

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- Aktualisiert am 2026-09-27

## Das lernen Sie

- Die häufigsten Betrugsmaschen per SMS und E-Mail in Frankreich erkennen.
- Eine Webadresse lesen und darin den echten Namen der Website finden.
- Einen zweifelhaften Link mit dem Werkzeug prüfen, ohne ihn auf Ihrem Gerät zu öffnen.
- Wissen, was zu tun ist, wenn Sie schon geklickt oder Daten angegeben haben.

## Betrug per Link in 5 Minuten verstehen

### Phishing: das Prinzip

Beim **Phishing** gibt sich jemand als vertrauenswürdige Stelle aus, etwa als Post, Krankenkasse, Finanzamt oder Ihre Bank, um Sie zum Klick auf einen Link zu bewegen. Der Link führt zu einer gefälschten Website, einer perfekten Kopie des Originals, die Ihre Bankkarte, Ihre Passwörter oder Ihre persönlichen Daten verlangt.

Kommt die Nachricht per SMS, spricht man von **Smishing** (aus „SMS“ und „Phishing“). Diese Form ist sehr verbreitet: eine SMS wird fast immer geöffnet, und auf dem kleinen Bildschirm ist die vollständige Adresse hinter einem Link schwer zu lesen.

Betrüger verschicken Tausende Nachrichten auf einmal, nach dem Zufallsprinzip. Eine gefälschte SMS zu erhalten heißt also nicht, dass Ihre Daten gestohlen wurden: reagieren Sie einfach nicht darauf.

### Die häufigsten Maschen in Frankreich

- **Das falsche Paket**: „Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden, zahlen Sie 1,99 € Gebühr.“ Ziel sind Ihre Kartendaten.
- **Die falsche Krankenkasse (Ameli)**: „Ihre Carte Vitale läuft ab, bestellen Sie die neue.“ Die französische Versichertenkarte wird nie über einen Link per SMS erneuert.
- **Das falsche Bußgeld** im Namen der **ANTAI**, der französischen Bußgeldbehörde: „Unbezahlter Bußgeldbescheid, 35 €.“ Echte Bußgelder kommen per Post, oder per E-Mail, wenn Sie das beantragt haben, und werden nur auf antai.gouv.fr oder amendes.gouv.fr bezahlt.
- **Die falsche Steuererstattung**: das französische Finanzamt überweist Erstattungen automatisch auf Ihr Konto, ohne per SMS etwas zu verlangen.
- **CPF**, das französische Weiterbildungskonto: „Ihre Weiterbildungsansprüche verfallen bald.“ Ihre Ansprüche verschwinden nicht über Nacht.
- **Der falsche Bankberater**: nach einer SMS ruft jemand an, manchmal sogar mit der echten Nummer Ihrer Bank, und bittet Sie, „eine Zahlung freizugeben, um sie zu stornieren“. Das verlangt Ihre Bank nie.
In Deutschland laufen dieselben Maschen, etwa mit DHL, der Sparkasse oder der Nachricht „Hallo Mama, das ist meine neue Nummer“.

### Eine Webadresse lesen

Eine Webadresse liest man so: `https://www.ameli.fr/assure`. Der **echte Name der Website** ist der Teil, der **direkt vor dem ersten Schrägstrich „/“** endet: der Name mit seiner Endung, hier **ameli.fr**.

Betrüger spielen mit allem, was links davon steht. In `https://www.ameli.fr.securite-compte.example/connexion` ist „ameli.fr“ nur Kulisse: die echte Website ist **securite-compte.example**. Ebenso hat `impots-gouv-remboursement.example` nichts mit dem Finanzamt zu tun: Websites des französischen Staates enden immer auf **.gouv.fr**.

Weitere Fallen: ein fast gleicher Name (`arneli-fr.example`, wo „rn“ ein „m“ vortäuscht), ein gekürzter Link, der das Ziel versteckt, oder ein falscher Name vor einem „@“. Und das kleine **Schloss**? Es bedeutet nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist, nicht, dass die Website ehrlich ist: die meisten Betrugsseiten haben auch eines.

### Die Warnzeichen

Eine gefälschte Nachricht erfüllt fast immer mehrere dieser Punkte:

- **Zeitdruck**: „letzte Mahnung“, „innerhalb von 24 Stunden“, „Ihr Konto wird gesperrt“.
- **Ein kleiner Betrag**: 1,99 € Porto, 35 € Bußgeld. Er wirkt harmlos, soll aber an Ihre Karte kommen.
- **Ein Link**, um zu zahlen, zu bestätigen oder Ihre Daten „zu aktualisieren“.
- **Ein ungewöhnlicher Absender**: eine gewöhnliche Handynummer, eine E-Mail-Adresse ohne Bezug zur Stelle.
- **Eine unpersönliche Nachricht**: „Hallo“ oder „Sehr geehrter Kunde“, ohne Ihren Namen, manchmal mit Fehlern.
Auch Betrugsseiten haben ihre Merkmale: ein Name, der erst vor wenigen Tagen registriert wurde, eine billige Endung, eine Seite bei einem kostenlosen Dienst oder ein Formular, das sofort Ihre Bankkarte verlangt. Genau das prüft das Werkzeug für Sie.

### Gute Reflexe, und was tun nach einem Klick

Bei einer zweifelhaften Nachricht gilt: **nicht klicken**, nicht antworten, und selbst nachsehen, indem Sie die offizielle App öffnen oder die Adresse der Website eintippen. Rufen Sie im Zweifel die Stelle unter einer Nummer an, die Sie bereits kennen, nie unter der aus der Nachricht. Geben Sie nie einen per SMS erhaltenen Code weiter: er dient dazu, eine Zahlung oder eine Anmeldung zu bestätigen.

Wenn Sie schon Daten angegeben haben:

- **Bankkarte**: sofort bei Ihrer Bank sperren lassen (in Deutschland auch über den Sperr-Notruf **116 116**), dann Ihre Konten im Blick behalten;
- **Passwort**: überall ändern, wo Sie es verwendet haben;
- Nachricht und Bildschirmfotos aufbewahren, dann **Anzeige erstatten**.
Kostenlose Hilfe in Frankreich: [cybermalveillance.gouv.fr](https://www.cybermalveillance.gouv.fr/) und Info Escroqueries unter **0 805 805 817** (gebührenfrei). In Deutschland berät Sie die Verbraucherzentrale.

> Das Wichtigste : Die echte Website ist der Name direkt vor dem ersten „/“. Keine seriöse Stelle verlangt Ihre Karte oder Ihr Passwort über einen zugeschickten Link: im Zweifel die offizielle App oder Website nutzen.

## Wichtige Begriffe

- **Phishing** : Betrug, bei dem sich jemand als bekannte Stelle ausgibt, damit Sie auf einer gefälschten Website persönliche Daten oder Bankdaten eingeben.
- **Smishing** : Phishing per SMS, zum Beispiel die falsche Nachricht über ein wartendes Paket.
- **Domainname** : Der echte Name einer Website, direkt vor dem ersten Schrägstrich „/“ der Adresse, zum Beispiel ameli.fr.
- **Gekürzter Link** : Eine kurze Adresse von einem Dienst wie bit.ly, die das tatsächliche Ziel des Links versteckt.
- **Weiterleitung** : Automatisches Umleiten von einer Adresse auf eine andere, manchmal genutzt, um das eigentliche Ziel zu verbergen.
- **HTTPS und Schloss** : Zeichen dafür, dass die Verbindung verschlüsselt ist. Das schützt Ihre Eingaben, beweist aber nicht, dass die Website ehrlich ist.
- **33700** : Kostenlose französische Nummer, an die man in Frankreich erhaltene unerwünschte oder betrügerische SMS und Anrufe weiterleitet.

## Einen verdächtigen Link Schritt für Schritt prüfen

### Schritt 1 : Die Nachricht kopieren, ohne den Link zu öffnen

Tippen Sie in Ihrer Nachrichten-App **lange auf die Nachricht** (nicht auf den Link) und wählen Sie „Kopieren“. Am Computer markieren Sie den Text der E-Mail mit der Maus und drücken Strg + C.

Sie können nur den Link oder die ganze Nachricht kopieren: das Werkzeug findet die Links selbst.

> Tipp : Wenn Sie Angst haben, versehentlich auf den Link zu tippen, schreiben Sie die Adresse einfach von Hand ab.

### Schritt 2 : In das Werkzeug einfügen

Öffnen Sie das Werkzeug [Ist dieser Link Betrug?](https://ressources.online/outils/lien-suspect/). Fügen Sie den Text in das Feld **Der erhaltene Link oder die Nachricht** ein: auf dem Handy lange tippen und „Einfügen“ wählen, am Computer Strg + V.

Links werden dort nie anklickbar gemacht: Sie können die Website also nicht versehentlich öffnen.

> Tipp : Zum Üben klicken Sie auf eines der Beispiele: „Falsche Paket-SMS“, „Falsche Rückerstattung“ oder „Offizielle Website“.

### Schritt 3 : Die Prüfung starten

Das Kästchen **Auch die Seite untersuchen** ist von Anfang an angekreuzt: unser Server öffnet die Seite dann für Sie, um zu sehen, ob sie eine Bankkarte oder ein Passwort verlangt. Ihr Handy oder Computer verbindet sich nie damit.

Klicken Sie auf **Prüfen**. Die Prüfung dauert bis zu 20 Sekunden. Enthält die Nachricht mehrere Links, prüft das Werkzeug den ersten und lässt Sie die anderen auswählen: „Mehrere Links gefunden, wählen Sie den zu prüfenden“.

> Tipp : Ein Betrugslink enthält manchmal einen Code, der Sie identifiziert: entfernen Sie das Häkchen, wenn die Seite gar nicht geöffnet werden soll.

### Schritt 4 : Das Urteil lesen

Das Ergebnis beginnt mit einem farbigen Urteil:

- **rot**, „Sehr wahrscheinlich Betrug“;
- **orange**, „Vorsicht“;
- **grün**, „Kein Warnsignal gefunden“.
Selbst bei Grün sagt das Werkzeug nie „diese Website ist sicher“: eine brandneue Betrugsseite kann unbemerkt bleiben.

Darunter, unter „Geprüfter Link“, ist der **echte Name der Website hervorgehoben**. Führt der Link woandershin, erscheint auch das „Tatsächliche Ziel“. Es folgt die Liste der gefundenen Anzeichen, jedes in einem Satz erklärt: „Imitiert La Poste“, „Website vor 3 Tagen erstellt“, „Die Seite verlangt eine Bankkarte“…

### Schritt 5 : Die technischen Details ansehen

Für mehr Informationen öffnen Sie **Technische Details**: Domainname, Registrierungsdatum, Registrar, ob die Website online ist, Seitentitel und die verfolgten Weiterleitungen.

Das Registrierungsdatum ist ein wertvoller Hinweis: eine Website, die eine Bank imitiert und letzte Woche registriert wurde, ist fast immer Betrug. Einen Namen können Sie auch mit dem Werkzeug [Einen Domainnamen wählen](https://ressources.online/outils/nom-de-domaine/) prüfen.

### Schritt 6 : Dem Abschnitt „Was tun?“ folgen

Ist das Urteil rot oder orange, erinnert das Werkzeug an die richtigen Schritte in Frankreich:

- eine **SMS**: kostenlos an **33700** weiterleiten, dann löschen;
- eine **E-Mail**: auf [signal-spam.fr](https://www.signal-spam.fr/) melden;
- eine **betrügerische Website**: auf [internet-signalement.gouv.fr](https://www.internet-signalement.gouv.fr/) melden;
- schon Daten angegeben: Karte sperren, Passwort ändern, Hilfe auf cybermalveillance.gouv.fr.
In Deutschland melden Sie Phishing-Nachrichten der Verbraucherzentrale (Phishing-Radar) und SMS-Spam der Bundesnetzagentur.

> Tipp : Melden dauert nur eine Minute und hilft, die Nummer oder die Website für alle sperren zu lassen.

## Praxisbeispiele

### Die SMS vom falschen Paket

Jeanne erhält: „Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden: Gebühr von 1,99 EUR bis morgen zahlen unter laposte-suivi-colis-fr.example“. Dabei erwartet sie gar kein Paket.

Sie kopiert die SMS und fügt sie in das Werkzeug ein. Rotes Urteil: der hervorgehobene echte Name der Website ist **laposte-suivi-colis-fr.example**, nicht laposte.fr. In unserem Beispiel imitiert die Website La Poste und existiert erst seit wenigen Tagen. Jeanne leitet die SMS an 33700 weiter und löscht sie.

### Die falsche Steuererstattung per E-Mail

Eine E-Mail in den Farben des französischen Finanzamts kündigt Bernard eine Erstattung von 347,50 € an, die er unter `impots-gouv-remboursement.example/dossier` „bestätigen“ soll.

Das Werkzeug meldet eine **gefälschte Behörden-Website**: „gouv“ steht in der Adresse, aber der Name endet nicht auf .gouv.fr. Bernard meldet die E-Mail auf signal-spam.fr. Um seine Lage zu prüfen, meldet er sich in seinem Konto auf impots.gouv.fr an und tippt die Adresse dabei selbst ein.

### Schon geklickt, schon bezahlt

Bevor er das Werkzeug kannte, hat Michel über einen Link aus einer SMS ein „Bußgeld“ von 35 € bezahlt. Am nächsten Tag bemerkt er seinen Fehler.

Er ruft sofort seine Bank an, um die Karte sperren zu lassen, bewahrt die SMS und ein Bildschirmfoto der Seite auf und erstattet Anzeige. Er leitet die SMS an 33700 weiter und lässt sich von cybermalveillance.gouv.fr begleiten. In den folgenden Wochen prüft er seine Kontoauszüge genau: Betrüger versuchen oft eine zweite Abbuchung.

## Häufige Fehler

- „Nur mal schauen“ und klicken: schon das Öffnen des Links kann den Betrügern zeigen, dass Ihre Nummer aktiv ist.
- Dem Schloss vertrauen: die meisten Betrugsseiten haben ebenfalls eine Adresse mit https.
- Die Adresse von links nach rechts lesen: der echte Name der Website steht direkt vor dem ersten „/“.
- Die Nummer aus der Nachricht zurückrufen: rufen Sie die Stelle unter einer Nummer an, die Sie bereits kennen.
- Einem „Berater“ einen per SMS erhaltenen Code geben: dieser Code bestätigt eine Zahlung oder eine Anmeldung.

## Zusammengefasst

- Keine seriöse Stelle verlangt Ihre Bankkarte oder Ihr Passwort über einen Link per SMS oder E-Mail.
- Zeitdruck, ein kleiner Betrag und ein Link zum Öffnen: dieses Trio verrät die meisten Betrugsversuche.
- Die echte Website ist der Name direkt vor dem ersten „/“; Websites des französischen Staates enden auf .gouv.fr.
- Das Werkzeug prüft den Link, ohne dass sich Ihr Gerät damit verbindet, aber ein grünes Urteil ist keine Garantie.
- In Frankreich: SMS an 33700, E-Mails an signal-spam.fr, Hilfe auf cybermalveillance.gouv.fr.

## Testen Sie sich

1. Welche Website steckt wirklich hinter der Adresse https://www.ameli.fr.securite-compte.example/connexion?
   - [ ] ameli.fr
   - [x] securite-compte.example
   - [ ] connexion
   Der echte Name der Website steht direkt vor dem ersten „/“: securite-compte.example. „ameli.fr“ ist nur Dekoration auf der linken Seite.

2. Eine SMS verlangt 1,99 € für die Zustellung eines Pakets, das Sie nicht erwarten. Was tun Sie?
   - [x] An 33700 weiterleiten und dann löschen
   - [ ] Bezahlen: es ist ja nur ein kleiner Betrag
   - [ ] Mit STOP antworten, um keine mehr zu bekommen
   Der kleine Betrag soll an Ihre Bankkarte kommen. Eine Antwort bestätigt, dass Ihre Nummer aktiv ist.

3. Das Schloss in der Adressleiste bedeutet, dass…
   - [ ] die Website vom Staat geprüft wurde
   - [ ] die Website kein Betrug sein kann
   - [x] die Verbindung verschlüsselt ist, was nichts über die Ehrlichkeit der Website sagt
   Die meisten Betrugsseiten haben ebenfalls ein Schloss. Achten Sie immer auf den echten Namen der Website.

4. Sie haben Ihre Kartennummer auf einer gefälschten Website eingegeben. Was tun Sie zuerst?
   - [ ] Abwarten, ob eine Abbuchung erscheint
   - [x] Die Karte sofort bei Ihrer Bank sperren lassen
   - [ ] Die SMS löschen und den Vorfall vergessen
   Jede Minute zählt: die Sperre verhindert weitere Zahlungen. Danach melden und die Beweise aufbewahren.

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Source : https://ressources.online/outils/lien-suspect/tutoriel/de/ (Ressources.online, Verdächtiger Link)
